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Unfälle sind, beim Geländefahren, nicht selten. Persönlich habe ich die Erfahrung gemacht, daß im Notfall kaum jemand weiß, was zu tun ist.

Im Folgenden werden ein paar grundlegende Verhaltenstips, im Falle eines Unfalls, gegeben.

Unfallstelle sichern
Stelle sicher, daß kein weiterer Fahrer in die Unfallstelle fährt. Das ist besonders hinter Sprüngen und unübersichtlichen Stellen wichtig.

Hilfe einfordern
Bitte andere Fahrer Dir zu helfen, z.B. einen Notruf abzusetzen, oder die Unfallstelle zu sichern.

Den Unfallfahrer versorgen
- Spreche den Unfallfahrer an
- reagiert er nicht, solltest Du den Helm abnehmen um eine Atemkontrolle durchzuführen
- atmet er nicht, beginne mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung, bis Hilfe kommt

Notruf absetzen
- Rettungsdienst 112
Hier kommst Du bei einer Rettungszentrale heraus, die ein relativ großes Gebiet betreut und wahrscheinlich keine Ortskenntnis hat. In manchen Bundesländern wir Dein Notruf dann an die regionale Leitstelle weiter gegeben.

- Rettungsdienst (Ortsvorwahl) + 19 222
Hier erreichst Du sofort die regionale Leitstelle. Telefonierst Du vom Handy aus, mußt Du die Ortsvorwahl vor die 19222 setzen.

Egal welche Nummer Du wählst, Du solltest jedenfalls versuchen, das Verletzungsbild genau zu beschreiben. Anhand Deiner Beschreibung entscheidet der Ansprechpartner in der Leitzentrale, welche Hilfemaßnahme er auslöst (Krankenwagen, Hubschrauber etc.).
Er wird Dir die üblichen W-Fragen stellen und Dich nach Deiner Telefonnummer fragen.
Nach dem Gespräch solltest Du für die Notrufzentrale telefonisch erreichbar bleiben. Es könnte z.B. sein, daß der Rettungswagen die Unfallstelle nicht findet. In einem solchen Fall wirst Du angerufen.

Helm abnehmen und stabile Seitenlage

Helm abnehmen
Wie Du auf dem Video sehen kannst, nimmt man den Helm am Besten zu zweit ab. Dabei ist es wichtig, daß man sich abstimmt und miteinander spricht.
Während ein Helfer den Kopf stützt und leicht auf Zug hält, nimmt der Zweite den Helm ab. Das geschieht schrittweise, wobei der „Stützer“ ständig nachgreift.

Ist der Helm abgenommen, übernimmt der „Abnehmer“ den Kopf.
Im Video kannst Du gut erkennen, daß der Kopf, während der Übernahme, auf Zug gehalten wird.

Atemkontrolle
Schau in den Mund, ob die Atemwege frei sind (Zunge, Erbrochenes).
Falls nicht, mußt Du die Atemwege frei machen, sonst könnte der Verletze ersticken.
Lege eine Hand auf den Bauch und höre, ob der Verletzte atmet.
Ist Atmung vorhanden, bringst Du Ihn in die stabile Seitenlage. Atmet er nicht, folgt die Herz-Lungen-Wiederbelebung.

Stabile Seitenlage

Stabile Seitenlage
Im Video kannst Du sehen, wie es gemacht wird. Wichtig dabei ist, daß der Kopf achsengerecht mit gedreht wird, damit Wirbelsäulenbewegungen vermieden werden.
In der Seitenlage solltest Du beobachten ob der Verletzte weiter atmet.

Herz-Lungen-Wiederbelebung

Herz-Lungen-Wiederbelebung
Atmet der Verletzte nicht, beginnst Du mit der HLW. Dazu mußt Du den Oberkörper frei machen.
Auf dem Video kannst Du genau sehen, wie der Helfer die richtige Position für den Druckpunkt abmißt. Etwa das untere Drittel des Brustbeins.
Er drückt senktecht mit dem Handballen 30x und beatmet anschließend.
Drucktiefe ca. 4-5cm.
Zur Beatmung legt er den Kopf des Verletzten zurück, hält die Nase zu und beatmet 2x, danach drückt er wieder 30x.
Nach ca. 4 Wiederholungen erfolgt wieder eine Atemkontolle.
Atmet der Verletzte nicht, wiederholt der Helfer das ganze, bis der Notarzt eintrifft.

Rückenverletzungen
Spürt der Verletzte ein Kribbeln in den Beinen, bzw hat er kein Gefühl mehr, ist Kot oder Urin abgegangen, dann besteht die Gefahr einer Rückenverletzung. Ist der Verletze ansprechbar, beruhigt man ihn und läßt Ihn in der aktuellen Position liegen. Ist er nicht ansprechbar, besteht die Gefahr des Erstickens. Also bringt man ihn die die stabile Seitenlage.
Atmet er nicht, beginnt man mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung.

Rettungs-Leitkette
Die Fahrer der Notarztwägen sollten so schnell wie möglich zu dem Verletzen finden. Stellt einen Helfer, soweit verfügbar, ab um den Notarzt einzuweisen. In manchen Fällen kommt Notarzt und Rettungswagen getrennt von einander. Stelle sicher, daß beide eingewiesen werden.

Rechtliches
Grundsätzlich ist man zur Hilfeleistung verpflichtet. Während der Hilfeleistung handelt man nach bestem Wissen und Gewissen. Ein Helfer kann nicht belangt werden.
Unterlassene Hilfeleistung ist eine Straftat und wird belangt.

Tip für Streckenbetreiber
Die meisten Strecken verfügen über ein Schild mit Öffnungszeiten. Hier sollten die örtlichen Notrufnummern, deutlich sichtbar, angebracht sein.

Diese Tips können einen Erste-Hilfe-Kurs nicht ersetzen!
Geländesport ist gefährlich und die Wahrscheinlichkeit, zu einem Unfall dazu zu kommen ist sehr hoch.
Jeder Fahrer, oder Betreuer sollte regelmäßig einen Erste-Hilfe-Kurs besuchen.
Solche Kurse werden u.a. vom Roten Kreuz angeboten und vermitteln praktisch alles was notwendig ist, um auf eine Unfallsituation zu reagieren.
Normalerweise unterstützen die Hilfsinstitutionen Sportvereine und sind gerne bereit, einen speziellen Kurs für Eueren Motorsportclub zu halten.

Vielen Dank an die Bereitschaft des Roten Kreuz, Pegnitz für die freundliche Unterstützung, bei der Erstellung dieser Seite.

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